Mein pädagogisches Konzept

Waldpädagogin Astrid Walker und Kindergartenkinder

Meine Ziele in der Waldpädagogik

Als Umweltbildnerin möchte ich Menschen, vor allem Kindern, einen Zugang zu der heimischen Natur eröffnen. Hierbei werden die Grundlagen eines ökologischen Denkens vermittelt. Dieses ist nicht losgelöst vom Leben der Menschen sondern betrifft uns direkt. Aus diesem Grund sind mir unmittelbare und originale Erlebnisse wichtig. Diese biete ich im Lebensraum Wald mit meinen waldpädagogischen Angeboten an, im Garten, in dem wir mit Kindern Gemüse anbauen oder bei den Honigbienen, im unmittelbaren Kontakt mit den Insekten und ihrer Lebensweise. Im Wald bereite ich als Moderatorin der Veranstaltung das Thema vor, um den TN dort einen mehrstündigen Aufenthalt zu ermöglichen, bei dem sie sich wohl fühlen können. Wald und Natur bedeuten für mich nicht einen in die Natur verfrachteten Klassenraum, sondern ein ganzheitliches und handlungsbezogenes Lernangebot mit allen Sinnen, bei dem viel Freude entstehen soll. Das Erleben mit allen Sinnen und mit Freude ist mir wichtig, da ich davon ausgehe, dass sich Menschen an sensitive Erfahrungen, die Freude bereiten, positiv erinnern werden und so das Lernen unterstützt wird.

Mit meinen Methoden wird die Entwicklung der Sach- und Urteilskompetenz, nicht zu vergessen die Handlungskompetenz im Kind je nach dem Alter des Kindes und dem Thema des Naturaufenthalts gefördert. Die Teilnehmer werden befähigt, am Gestalten einer zukunftsfähigen Welt im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mitzuwirken.

Meine Zielgruppen

Meine Angebote richten sich an Menschen aller Altersstufen, einen Schwerpunkt meiner Arbeit habe ich mit Angeboten für Kinder ab vier bis 12 Jahren und mit Erwachsenen. Ich arbeite zum Teil integrativ, das heißt mit Menschen mit Behinderungen. Hierbei kommt der Ansatz einer Naturerfahrung mit allen Sinnen besonders zum Einsatz, zum Beispiel mit sehbehinderten Menschen im „Garten der Sinne“. Ich arbeite mit Gruppenstärken von ca. sieben bis zu 20 Teilnehmern, bei Schulklassen auch größeren Gruppen zusammen.

Die Vorbereitungen für ein Umweltbildungsangebot

Jedes Angebot wird von mir in Bezug auf verschiedene Fragestellungen vorbereitet:

  • Teilnehmeranforderungen (Alter, Anzahl),
  • Thema in Absprache mit der Einrichtung,
  • Jahreszeit,
  • Erstellen eines Ablaufplans mit Zeiten, Inhalten, Methoden und Zielen,
  • Fragestellung der Kriterien und Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung,
  • Fraggestellung nach den zu vermittelnden Kompetenzen aus dem Curriculum,
  • Örtlichkeit, hier Sicherheitscheck zum Beispiel bei Waldaufenthalten (Risikoanalyse),
  • Die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber ist gewährleistet, die Einbindung in zum Beispiel Projekte erwünscht. Oftmals werden die Angebote dokumentiert und an den Auftraggeber versendet.

Die Veranstaltungsorte

Meine Veranstaltungsorte sind Wälder mit ausgesuchten festen Treffpunkten im Kreis Mettmann, Düsseldorf und Umgebung. Diese Treffpunkte sind auf meiner Internetseite www.naturerfahrungs-angebote.de einsehbar, der Kontakt mit den Waldbesitzern wurde hergestellt. Als BNE Kooperationspartnerin arbeite mit dem Regionalzentrum Naturschutzzentrum Bruchhausen in Erkrath zusammen. Dort haben wir zwei Honigbienenvölker stehen, mit Hilfe derer ich für Schulen und andere Interessierte den „Blick ins Bienenvolk“ anbiete und eine wöchentliche Bienen- AG mit Schülern des Gymnasiums Hochdahl. Gemeinsam arbeiten wir mit Kindergärten und Schulen zusammen und können verschiedene BNE Angebote machen (z.B integrative Angebote im Schulgarten, Kindegartenangebote im Wald, Apfelbaumpflanzaktionen).

In Mettmann biete ich auf einer von uns gepflegten Streuobstwiese Umweltbildungsangebote zum Obstbaumschnitt und zur Apfelvielfalt im Lebensraum Streuobstwiese an.

Welche Dimensionen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung fließen in meine Angebote ein?

Die ökologische Dimension steht bei meinen Angeboten im Vordergrund. Mit unterschiedlichen waldpädagogischen Methoden wie situiertes und entdeckendes Lernen, selbstorganisiertes Lernen, Herausarbeiten von Erkenntnissen, Herstellen von Vergleichen, Reflexion und Gespräch u.a. vermittele ich ökologische Zusammenhänge, Artenkenntnisse und Biodiversitätsverständnis. Dabei spiegele ich immer wieder die ökonomischen Einflüsse und Bedürfnisse der menschlichen Naturnutzer und -verbraucher im Vergleich zum Alltag der Teilnehmer (Beispiel Honigbienen: Bedeutung für die ökologische Vielfalt und Bestäubertätigkeit mit ökonomischen Gewinn). Auch das globale Denken wird gefördert zum Beispiel an der Betrachtung der weltweiten Honigbienennutzung, der Verschiffung von Honig und Bienenvölkern um die ganze Welt und die Folgen. Im Lebensraum Wald liegen ökologische und ökonomische Faktoren eng beieinander, z.B. Naturverjüngung und Holznutzung.

Durch das im Wald angebotene vorbereitete Lernumfeld ergeben sich für die Teilenehmen soziale Übungseinheiten z.B. beim Stationenlernen, Aufgabenerarbeitung im Team, Versprachlichung, Kommunikation und Verschriftlichung von Ergebnissen oder aber auch das Einhalten von Waldregeln im Miteinander und Rücksichtnahme in der Natur. Somit wird auch die soziale Dimension einer BNE berücksichtigt.

Veranstaltungen, die die Dimensionen einer BNE besonders berücksichtigen sind auf meiner Webseite extra gekennzeichnet.

Beachtung der Kriterien und Kompetenzen einer BNE

Wichtig ist mir in meinen pädagogischen Angeboten die Vermittlung von Gestaltungskompetenzen, die die Teilnehmer je nach ihrem Alter und ihren Möglichkeiten helfen, Konflikte, die unsere Lebensweise betreffen, zu benennen, einzuordnen in den Bezug zu Ihnen selbst und nachhaltig wirksame Lösungen für die Zukunft heraus zu arbeiten.

Ich orientiere mich an den UNESCO Kompetenzen des Unesco Mahadma Ghandhi Institute of Education of Peace and Sustainable Development, 2018. Hierbei muss erwähnt werden, dass nicht jede Veranstaltung gleichmäßig alle Kompetenzen mit berücksichtigen kann:

  1. Aneignung von Wissen
  2. Lösung von Problemen und Konflikten
  3. Kritisch denken
  4. Kommunizieren und verhandeln
  5. Systemisches Lernen
  6. Zukunftsrelevanz
  7. Wertereflexion
  8. Partizipation und Zusammenwirken
  9. Perspektivenwechsel, Mulitperspektivität
  10. Inklusiv denken und handeln
  11. Solidarität und Verantwortung zeigen

In den beigefügten beispielhaften zwei Veranstaltungsabläufen (Waldaufenthalt, Bienen- Bildung) können die Inhalte, Ziele, Methoden und Kompetenzen und BNE Kriterien nachgelesen werden. Falls Sie daran interessiert sind, ich sende Ihnen gerne ein Veranstaltungsbeispiel zu.

Astrid Walker im März 2018